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Liquiditätsplan erstellen: Aufbau, Beispiel und typische Fehler

Ein Unternehmen kann Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden – wenn das Geld zu spät hereinkommt. Ein Liquiditätsplan zeigt Wochen im Voraus, wann es eng wird, und lässt Ihnen Zeit zu handeln.

von Keywan Fakhri, Wirtschaftsingenieur (M.Sc.), Konstanz · Aktualisiert: 19. Oktober 2026

Was ist ein Liquiditätsplan?

Ein Liquiditätsplan listet alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen nach dem Datum, an dem das Geld tatsächlich fließt – nicht nach dem Rechnungsdatum. Er beantwortet eine einzige Frage: Wie viel Geld ist am Ende jeder Woche auf dem Konto?

Warum 13 Wochen?

13 Wochen sind ein Quartal: lang genug, um Steuertermine, Quartalsmieten oder saisonale Löcher zu sehen, kurz genug, um Woche für Woche realistisch zu planen. Für die Jahresplanung ergänzen Sie einen groben 12-Monats-Plan.

Aufbau in vier Zeilenblöcken

  1. Anfangsbestand: Kontostand am Wochenbeginn (inklusive Kasse).
  2. Einzahlungen: Kundenzahlungen nach erwartetem Zahlungseingang, sonstige Einnahmen, Kredite.
  3. Auszahlungen: Material und Waren, Löhne, Miete, Versicherungen, Steuern und Umsatzsteuer, Tilgung.
  4. Endbestand: wird zum Anfangsbestand der nächsten Woche.

Endbestand = Anfangsbestand + Einzahlungen − Auszahlungen

Beispiel: die ersten vier Wochen

PositionKW 44KW 45KW 46KW 47
Anfangsbestand12.000 €14.300 €9.100 €11.600 €
Einzahlungen Kunden8.500 €6.200 €9.000 €4.800 €
Löhne–––−7.200 €
Miete−2.400 €–––
Material und Waren−3.800 €−4.100 €−3.500 €−3.900 €
Umsatzsteuer-Vorauszahlung–−7.300 €––
Endbestand14.300 €9.100 €11.600 €5.300 €

Der Gewinn ist in allen vier Wochen positiv, trotzdem fällt das Konto in KW 47 auf 5.300 €. Liegt Ihre Mindestliquidität bei 6.000 €, sehen Sie das Problem jetzt – nicht erst am Zahltag.

Mindestliquidität festlegen

Legen Sie einen Betrag fest, unter den das Konto nie fallen soll – zum Beispiel die Fixkosten eines Monats. Jede Woche unter dieser Linie wird markiert. Dann haben Sie Zeit, Rechnungen früher zu stellen, Einkäufe zu verschieben oder mit der Bank zu sprechen.

Fünf typische Fehler

  1. Mit Rechnungsdatum statt Zahlungsdatum planen – Kunden zahlen oft 14 bis 30 Tage später.
  2. Umsatzsteuer vergessen: Sie ist im Kundengeld enthalten, gehört aber dem Finanzamt.
  3. Seltene Zahlungen übersehen: Versicherungen, Kfz-Steuer, Weihnachtsgeld, Steuervorauszahlungen.
  4. Den Plan einmal erstellen und nie aktualisieren – er muss jede Woche um eine Woche weiterrollen.
  5. Keinen Vergleich Plan gegen Ist machen – nur so werden die Annahmen mit der Zeit genauer.

Kostenlose Excel-Vorlage

Der Cash Flow Planner enthält eine 13-Wochen-Vorschau und einen 12-Monats-Plan. Sie tragen Ein- und Auszahlungen ein, die Vorlage rechnet den Endbestand und markiert jede Woche unter Ihrer Mindestliquidität.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und Gewinnrechnung?

Die Gewinnrechnung zeigt, ob Sie Geld verdienen. Der Liquiditätsplan zeigt, ob das Geld rechtzeitig auf dem Konto ist. Ein profitables Unternehmen kann trotzdem in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Wie oft sollte ich den Liquiditätsplan aktualisieren?

Einmal pro Woche: Ist-Werte der vergangenen Woche eintragen und eine neue Woche am Ende ergänzen.

Brauchen Selbstständige und kleine Firmen wirklich einen Liquiditätsplan?

Gerade sie, denn ein einzelner verspäteter Kunde oder eine Steuernachzahlung wirkt sich bei kleinen Beträgen sofort aus. Eine einfache Tabelle reicht für den Anfang.