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Lager-KPIs: Die 10 wichtigsten Kennzahlen mit Formeln

Wer ein Lager steuert, braucht wenige, aber die richtigen Kennzahlen. Hier sind die zehn KPIs, die ich in der Praxis am häufigsten einsetze – jeweils mit Formel, Bedeutung und einem Tipp aus dem Lageralltag.

von Keywan Fakhri, Wirtschaftsingenieur (M.Sc.), Konstanz · Aktualisiert: 15. Oktober 2026

01Lieferquote (On-Time-Delivery)

Pünktlich gelieferte Aufträge ÷ alle gelieferten Aufträge × 100

Zeigt, wie zuverlässig zugesagte Liefertermine eingehalten werden. Für Kunden oft die wichtigste Zahl überhaupt.

✓ Messen Sie gegen das zugesagte Datum, nicht gegen das Wunschdatum – sonst vermischen Sie Lager- und Vertriebsprobleme.

02Perfekte Auftragsquote

Aufträge ohne Fehler (pünktlich, vollständig, unbeschädigt, korrekt dokumentiert) ÷ alle Aufträge

Die strengste Qualitätskennzahl: Ein Auftrag zählt nur, wenn wirklich alles stimmt.

✓ Erfassen Sie die Fehlerart mit – so sehen Sie, welche Ursache die Quote am stärksten senkt.

03Kommissioniergenauigkeit

Korrekt kommissionierte Positionen ÷ alle kommissionierten Positionen

Misst die Fehlerquote beim Picken. Jeder Fehler kostet Retouren, Nachlieferungen und Vertrauen.

✓ Werte deutlich über 99 % sind in gut organisierten Lagern üblich. Darunter lohnt sich ein Blick auf Lagerplatz-Beschriftung und Scanner-Nutzung.

04Kommissionierleistung

Kommissionierte Positionen ÷ Arbeitsstunden

Produktivität im Picking – die Grundlage für Personalplanung und Kostenvergleich.

✓ Vergleichen Sie nur gleiche Auftragsstrukturen: Einzelteil-Picking und Palettenpicking haben völlig unterschiedliche Leistungen.

05Lagerumschlag

Wareneinsatz (Jahr) ÷ durchschnittlicher Lagerbestand

Wie oft sich der Bestand pro Jahr erneuert. Ein höherer Umschlag bindet weniger Kapital.

✓ Berechnen Sie den Umschlag je Artikelgruppe (ABC) – ein Gesamtwert versteckt Ladenhüter.

06Reichweite (Days of Supply)

Aktueller Bestand ÷ durchschnittlicher Tagesverbrauch

Wie viele Tage der Bestand bei normalem Verbrauch reicht.

✓ Kombinieren Sie die Reichweite mit der Wiederbeschaffungszeit – so erkennen Sie Fehlmengen, bevor sie entstehen.

07Bestandsgenauigkeit

Lagerplätze ohne Abweichung ÷ geprüfte Lagerplätze

Wie gut der Systembestand mit dem physischen Bestand übereinstimmt.

✓ Regelmäßige Stichproben-Inventuren (Cycle Counting) halten die Genauigkeit hoch, ohne das Lager zu stoppen.

08Auftragsdurchlaufzeit

Zeitpunkt Versand − Zeitpunkt Auftragseingang

Wie schnell ein Auftrag das Lager verlässt.

✓ Zerlegen Sie die Zeit in Wartezeit, Kommissionierung und Verpackung – meist liegt der größte Anteil im Warten.

09Lagerauslastung

Belegte Lagerplätze ÷ verfügbare Lagerplätze

Zeigt, wie viel Kapazität genutzt wird.

✓ Ab etwa 85–90 % Auslastung sinkt die Leistung oft spürbar, weil Umlagerungen und Suchzeiten zunehmen.

10Kosten je Auftrag

Lagerkosten (Personal, Fläche, Material) ÷ Anzahl Aufträge

Verbindet Leistung und Kosten – ideal für Preisgespräche und Make-or-Buy-Entscheidungen.

✓ Verwenden Sie dieselbe Kostenbasis in jedem Monat, sonst sind die Werte nicht vergleichbar.

Mit welchen Kennzahlen anfangen?

Starten Sie mit drei bis vier Kennzahlen, die Sie zuverlässig messen können – meist Lieferquote, Kommissioniergenauigkeit, Kommissionierleistung und Kosten je Auftrag. Erst wenn diese Zahlen jeden Monat stabil vorliegen, lohnt es sich, weitere KPIs hinzuzunehmen.

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Die Lieferquote, Kommissioniergenauigkeit und Verzögerungsursachen berechnet die Vorlage Warehouse Intelligence automatisch. Für Tages-, Wochen- und Monatsberichte mit Ziel- und Vorjahresvergleich eignet sich das Executive Reporting Center.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Lieferquote und Liefertreue?

Die Lieferquote misst meist nur die Pünktlichkeit. Liefertreue (oder perfekte Auftragsquote) prüft zusätzlich Menge, Qualität und Dokumente.

Wie viele KPIs sollte ein Lager haben?

Für das Management reichen fünf bis acht Kennzahlen. Mehr Zahlen führen selten zu besseren Entscheidungen.

Wie oft sollte man Lager-KPIs messen?

Operative Kennzahlen täglich oder wöchentlich, Kosten- und Bestandskennzahlen monatlich.